| Eintrag von branwen
am 1.4.2010 |
Nach einem Treffen gestern mit einer meiner Studienkolleginnen wurde mir etwas klar. Ich saß da und wollte reden, reden, reden. Einfach nur alles mir von der Seele reden. Nicht zuhören, nicht nicken, nur reden. Am liebsten hätte ich ihr meine ganze Lebensgeschichte erzählt.
Und mir wurde klar, dass ich eigentlich keine Freunde habe. Jedenfalls nicht hier. Keiner der die Umstände kennt, keiner der mich kennt oder irgendwie Anstalten macht mich näher kennen lernen zu wollen. Keiner dem ich zutrauen würde mein Sein zu ertragen und zu verstehen.
Die die sich Freunde nennen ohne dass ich ihnen das Recht zugestehe sind zu sehr auf sich konzentriert. Die eine hat kein Taktgefühl, da steh ich des Öfteren da, als hätte ich keine Probleme, obwohl sie diejenige ist, die keine Ahnung hat, wie man das Wort überhaupt schreibt. Die nächste hat irgendwie nie Zeit. Es ist unmöglich einen wirklich guten innigen und ehrlichen Kontakt zu jemandem aufzubauen. Alles kratzt nur an der Oberfläche und interessiert sich nicht weiter.
Grad was die Beziehung zu LM angeht hätte ich oft gern einen Rat. Wie wärs denn mal mit einem mütterlichen Rat? Aber nein, diese Person steht entweder nicht hinter mir oder spielts runter. Und die Fragen, die mich bewegen würde sie mir sowieso nicht beantworten. Mal davon abgesehen, dass in den letzten Tagen durch regen Kontakt mit meiner Schwester Dinge rauskamen, die ich entweder nicht mitbekommen habe oder die ich anscheinend völlig verdrängt hatte. Das WE daheim brachte ebenso seinen Teil dazu.
Und ich frage mich, in was für einer sozialen Umgebung lebe ich eigentlich? Und wieviel von schlimmen Dingen schlummert da noch in mir, die ich wahrscheinlich gar nicht wissen will?
In mir liegen Regeln, die mir bestimmte Sachen beibrachten, Regeln die ich nicht brechen kann, weil diese mir auferlegt haben mich zu schämen für das was ich bin und weil es mir verboten wurde, weil immer eine emotionale Auflage dies noch unterstrich.
Diese emotional auferlegten Regeln verbieten mir mir Hilfe zu suchen, vor allem professioneller Art. Denn mir wurde beigebracht, dass ich nicht über mich oder meine Familie zu reden habe und die Sanktionen, die mich erwarten würde ich dieses Verbot brechen, sind generell immer emotionaler Natur. Die Vorwürfe werden gezielt auf meine Psyche gerichtet, wohl wissend wie ich reagieren werde, wohl wissend, dass ich mich nicht beugen werde.
Und ich weiß, dass ich das hier nicht schreiben sollte. Aber würde ich es auf Papier bringen wäre es nur verschwendet, weil es immernoch in mir brüllen würde.
Ich bin gefangen in meinem eigenen Kopf und keiner hört mich schreien.
Von andromedanebel am 02.04.2010 - 01:11 Uhr Gute Erkenntnisse. Gut, sie in Worte gefaßt zu haben. Bleib da dran. Mach da weiter. Schreib!
Verbote und Regeln mögen manchmal gut sein, wenn sie schützen, aber wenn sie quälen und einengen und erdrücken wollen, dann sollte man sie nicht stärker sein lassen als man ist... Ich glaub, Du bist auf nem guten Weg zu Dir.
Alles Liebe
andromedanebel
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